Kabale und Liebe

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Von Friedrich Schiller
In einer Fassung für zwei Personen von Marion Schneider-Bast
und Stephanie Rolser

Premiere: 22. Januar 2022

Luise liebt Ferdinand, Ferdinand liebt Luise. Eigentlich ist es schön und eigentlich ist es einfach. Eigentlich…

Aber diese Liebe ist verboten. Verboten von den Vätern der beiden. Verboten aus Angst. Aus Angst vor dem Verlust des eigenen Ansehens und der eigenen Moral- und Wertvorstellungen. Scheinbar gibt es für die Liebenden nur einen Ausweg: sich dem gesellschaftlichen Druck zu beugen. Doch die beiden jungen Menschen rebellieren. Kämpfen für ihre Freiheit. Am Ende scheitern sie. Scheitert ihre Liebe - letztlich aber nicht nur am unbeugsamen Außen, sondern auch an den eigenen Absolutheitsansprüchen und damit an sich selbst.

Schiller schrieb KABALE UND LIEBE als bürgerliches Trauerspiel vor fast 240 Jahren. Damals waren es die Strukturen und Zwänge der Ständegesellschaft, die die Liebe zwischen dem jungen Adligen Ferdinand und Luise, der bürgerlichen Tochter eines Musikers, zu einem Politikum machten – Happy End unmöglich.

Auch heute noch sind es oft Rollenverständnis und Erwartungshaltungen, die unsere Vorstellungen von Liebe und Beziehung prägen: Wie habe ich zu sein, was wird von mir erwartet? Wie gehe ich mit den an mich gestellten Erwartungen um? Und umgekehrt: Was erwarte ich? Wie hat Liebe für mich zu sein?

In diesem Spannungsfeld von eigenem Erleben und Empfinden und der gesellschaftlich vorgelebten Norm liegt das große heutige Potential dieser mitreißenden Liebesgeschichte, die als Klassiker auch in den anderen angeschnittenen Themen wie skrupellose Macht- und Geldgier, strukturelle Armut, willkürliche Gewalt oder „Fakenews“, ihre Zeitlosigkeit und Aktualität unterstreicht.

Regie: Marion Schneider-Bast
Ausstattung: N.N.
Es spielen: Gerrit Bernstein, Eva Coenen